Imkerei Helmut Pirker

 

Schon sehr früh kam ich mit der Imkerei in Berührung. Es sind schon gute 65 Jahre her, dass ich die Bienenhütte in Ranten betrat. Anfangs war es mehr ein  Honigschlecken, später half ich dann bei der Schleuderei. Mit 12 besuchte ich einen Imkerkurs auf der Imkerschule in Graz.

Wir hatten zuerst Hinterbehandler (Kuntsch), dann stellte mein Vater auf Magazinbeuten um. Mit den Magazinbeuten stellte sich dann auch der wirtschaftliche Erfolg ein. Von nun an ging es rapid bergauf. Nach einigen Jahren hatten wir 30 Völker in Ranten und 30 Völker in Niederwölz. Mit zunehmendem Alter meines Vaters wurde die Belastung für mich natürlich immer größer. ( 68 Völker und gute 20 Ableger) Daneben hatte ich noch meinen Beruf. Nicht nur einmal habe ich die „Ludern“ verflucht.                          

Die größte Pleite erlitten wir im Jahre 1978. Die gesamte Ernte belief sich auf 36 kg, wobei mir dann noch beim Ausladen der einzige Honigtopf in Ranten umkippte und der Honig die Straße hinunterlief. Ab 1979 (ich siedelte nach Niederwölz) hatten wir alle Bienen in Niederwölz.

Im Jahr 2003 büßten wir die halben Stöcke in Niederwölz ein. Hauptursache war eine Melizitosetracht im September und wahrscheinlich auch die Varroa.

Warum ich heute noch Bienen halte?———Ich weiß es nicht. Aus gesundheitlichen Gründen müsste ich schon längst aufhören. Es ist irgendwie eine Sucht. Es ist eine Herausforderung die ich brauche. Wahrscheinlich würde mir die Arbeit fehlen.

Leider wurde die Bienenhaltung immer schwieriger. Wie schön war die Bienenhaltung bis vor 20 Jahren. Die Bienen und die Imker hatten keinen Stress. Heute wirst du für den kleinsten Fehler bestraft.

Mein Rat an zukünftige Imker: Klein anfangen und klein bleiben. Maximal 10 Stöcke. Sonst wird es zur Belastung. Mit der Belastung schwindet dann auch die Freude.  Es muss  uns bewusst sein, dass wir von der Natur, vom Klima abhängen. Und mit der Klimaveränderung gehen wir keinen rosigen Zeiten entgegen.  

Mein Traum wäre: ein Ende der Säurebehandlungen, eine einfache bienenfreudliche Methode der Varroabehandlung, eine Rückbesinnung der Landwirtschaft auf naturnahe Bewirtschaftung , ……….