Restentmilbung

Varroabehandlung – Zeit zur Restentmilbung

 

Zu Winterbeginn gilt es für uns Imker die Bienenvölker im Kampf gegen die Varroamilbe zu unterstützen. Die Varroa, als der weltweit wichtigste Bienenparasit, schädigt nicht nur die Bienenbrut, sondern kann auch auf adulten Bienen in der Wintertraube überleben und stört die Bienenvölker dabei empfindlich!

Da sich die Fortpflanzung der Milbe ausschließlich in der verdeckelten Brut vollzieht, kommt der brutfreien Phase zur Reduktion der auf den Bienen ansitzenden Milben ein besonders hoher Stellenwert zu. Eine optimal durchgeführte Restentmilbung entlastet die Völker für das kommende Frühjahr, kann aber keinesfalls Fehler in der Hauptentmilbung korrigieren!

Zur Abschätzung des Varroabefalls sollte sowohl vor als auch nach der Restentmilbung die Gemüllediagnose herangezogen werden. Damit kann nicht nur der Befallsgrad grob abgeschätzt werden, sondern auch der Sitz der Bienen, ohne dafür das Volk öffnen zu müssen.

Zur Ermittlung des Befallsgrades stehen Umrechnungsfaktoren zur Verfügung die der Jahreszeit angepasst werden:

  • Mai- September: natürlicher Varroatotenfall/Tag x 100-300
  • Oktober- November: natürlicher Varroatotenfall/Tag x 300-500

Anhand des Umrechnungsfaktors für den Herbst ist ersichtlich, wie problematisch eine hohe Milbenanzahl für den Herbst/ Winter angenommen wird.

Laut Bieneninstitut der AGES Österreich gilt eine Zahl von max. 100 Milben/Volk  als tolerierbarer Wert- natürlich in Abhängigkeit zur Volksstärke.

Zur Durchführung der Restentmilbung steht uns  3,5 %ige Oxalsäure in Form von Dany´s  BienenwohlApi – Bioxal Pulver und ganz neu mit Zulassung von 25.11.2016 auch Oxuvar 5,7 %ige Lösung  zur Verfügung.

Mit Bienenwohl und Oxuvar ist eine Träufel – oder Sprühbehandlung der Bienenvölker möglich, mit Api- Bioxal Pulver eine Verdampfung.

Bei allen Verfahren, besonders aber bei der Verdampfungsmethode ist strikt auf einen Anwenderschutz (Atemschutz und Schutzkleidung) zu achten.

Termingeber für die ausstehende Restentmilbung sind aufeinanderfolgende Frostnächte. Als Reaktion auf die ersten Frosttage stellen die Völker das Brüten ein und sind (bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Jungvölker) circa 3 Wochen nach den ersten Nachtfrösten brutfrei. Der optimale Zeitpunkt zur Restentmilbung ist damit gegeben.

 

Über die praktische Durchführung der Restentmilbung differieren die Fachmeinungen sehr.131130_2

Generell muss festgehalten werden, dass eine zu hoch dosierte, wie zu oft durchgeführte Behandlung mit Oxalsäure die Bienen, vor allem ihren Fett- Eiweißkörper schädigt und zu Königinnenverlusten führen kann.

Die offizielle Empfehlung zur Anwendung von Oxalsäure wäre eine einmalige Anwendung pro Volk.  Starke Völker, die bei kalten Temperaturen noch 5-7 Wabengassen besetzen, erhalten bis zu 50 ml, schwächere hingegen nur max. 30 ml- 40 ml Oxalsäurelösung als Träufel- oder Sprühbehandlung.

In der Praxis kommt allerdings meist eine zweimalige Behandlung im Abstand von ca. 14 Tagen zur Anwendung. Dabei sollten 5ml Oxalsäure pro besetzter Wabengasse jedoch nicht überschritten werden!

Für die Verdampfung gilt 2,3g Pulver als Höchstdosis pro Bienenvolk zur einmaligen Behandlung.

Detaillierte Anwendungshinweise und Empfehlungen sind der Fach- und Gebrauchsinformation des jeweiligen Tierarzneimittels zu entnehmen, entweder im Beipackzettel oder unter https://aspregister.basg.gv.at Zieltierart Biene.

 

Abschließend noch einige praktische Tipps:

  • Lösungen unbedingt handwarm anwenden
  • Atemschutz und Schutzkleidung beim Verdampfen
  • Behandlung so ansetzen, dass Bienen danach noch die Möglichkeit haben auszufliegen
  • Kontrolle des Behandlungserfolgs über Gemüllediagnose
  • Fotodokumentation der Einwinterungsstärke