Rückblick Mai 2019

Der sonst gerne als „Wonnemonat“ bezeichnete Mai hat dieses Jahr sein anderes Gesicht gezeigt. Er präsentierte sich außergewöhnlich kalt und nass. Nach 13 zu warmen Monaten in folge beträgt die landesweite Abweichung beachtliche 2,8 Grad nach unten. Damit geht er als kältester Mai seit 1991 zu Ende.
Grund dafür waren häufige Nordströmungen über Mitteleuropa, die auch deutlich mehr Niederschlag als üblich brachten.  Die Sonnenscheindauer erreichte nirgends ihr Soll. Die positve Seite: Für die Vegetation war der viele Regen ein Segen und auch die Grundwasserspeicher sind wieder ausreichend aufgefüllt!  

Die enge Verbundenheit zwischen Wetter und Trachtsituation war in diesem Mai besonders deutlich zu erkennen.
An den wenigen Flugtagen wurde fleißig Nektar eingetragen. Die immer wiederkehrenden Kälteeinbrüche haben aber zu einem hohen Futterverbrauch der Völker geführt. In Summe haben sich Verbrauch und Eintrag etwa die Waage gehalten. Aber Vorsicht: An Standorten wo es generell wenig Frühtracht zu holen gibt, war und ist das wachsame Auge des Imkers gefragt, um Schäden an den Völkern abzuwenden!!

Der Grundsatz, dass immer mindestens 5 kg Futter in jedem Volk vorhanden sein muss, ist nicht nur für eine harmonische Entwicklung und ausreichende Versorgung der Brut wichtig, sondern bewahrt auch den Imker/die Imkerin vor unnötigen Stresssituationen. Übersieht man diese Minimalmenge, entsteht schnell eine Ausnahmesituation für Bienen und Imker. Etwaige Schäden sind dann kaum mehr abzuwenden. Im Zuge der Völkerkontrolle muss daher laufend auf einen Futterkranz über der Brut geachtet werden. Gefüttert wird, wenn notwendig, im Abstand von wenigen Tage, bevorzugt Abends, in kleinen Mengen von ca. einem Liter Zuckerwasser. Das hält die Brutanlagen auf hohem Niveau, regt den Bautrieb an und ist in Zeiten wie diesen die einzige Möglichkeit die Völker bis zu einer möglichen Waldtracht bei Laune zu halten. Bei kleinen Futtergaben ist ein Eintrag dieses Futters in den Honigraum kaum zu erwarten, weil das gegebene Futter direkt verbraucht wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt den Honigraum in dieser Zeit wieder ab und setzt ihn erst wieder auf, wenn Tracht von außen einsetzt.

Wer Königinnen züchtet, Ableger erstellt oder Schwärme eingeschlagen hat, ist gut beraten auch bei diesen Völkern zuzufüttern. Auch wenn sich in den kommenden Tagen mit vorhergesagten Temperaturen um die 20 Grad die Situation langsam entspannen sollte, kann man sich nicht auf einen ausreichenden Nektareintrag verlassen. Dafür gibt es derzeit keine sichere Tracht. Auch kann die Situation von Standort zu Standort lokal stark unterschiedlich sein.

Ausblick auf die nächste Zeit:

In drei Wochen ist bereits Sommersonnenwende! Dann werden die Tage wieder kürzer, der Vermehrungstrieb schwindet und die Bienen stellen auf „Wintervorbereitung“ um. Effektiv bleiben uns noch 8 Wochen Zeit bis zum Abernten. Vorausgesetzt Wetter und Tracht spielen mit und die Völker sind trachtreif.

Als Pessimist könnte man sagen: Schlechter als es im Mai war, kann es sowieso nicht mehr werden. Also bleiben wir froher Dinge und hoffen das beste für die kommenden Monate! Immerhin wurden bereits erste Läuse gesichtet (siehe Fotogallerie) und aus der südlichen Steiermark gibt es von letzter Woche bereits Berichte für eine einsetzende Waldtracht. 

Fotos vom Mai 2019 gibt es über diesen Link in der Gallerie!

Das Team des BZV- Scheifling wünscht auch volle Honigtöpfe!