Frühling 2017

Bienenvölker sind gut in die Trachtsaison gestartet- Jetzt heißt es dranbleiben!!

 

Laut Ubimet war der März 2017 der wärmste März seit Messbeginn. Die Temperaturabweichung betrug 3,5 Grad – und das ist um 0,1 wärmer als der bisherige Rekordhalter.

Unseren wärmeliebenden Bienen sind diese Temperaturen sehr zugute gekommen. Der Weidenpollen konnte voll ausgeschöpft werden und auch die weiblichen Blüten der zweihäusigen Weidenarten, die ab 12 °C zu blühen beginnen, haben für einen Nektareintrag gesorgt, der die Entwicklung der Völker stark beschleunigte. Bis zu 70% der gesamten Pollenernte eines Bienenvolkes stammt von der Weide, womit ihre Wichtigkeit nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Männliche Weiden; Titus Rauter, 19.03.2017
Weibliche Weidenblüte; Verena Brachmayer, 25.03.2017

Die überdurchschnittlich warme Witterung im März bis hinein in das letzte Aprildrittel hat aber auch dazu geführt, dass sich die Vegetation und damit der Blühbeginn vieler Pflanzen um bis zu 4 Wochen nach vorne verlegt haben.

Die ansonsten für Ende April durchaus nicht ungewöhnlichen Wetterrückschläge, mit Morgenfrösten bis an die -10 °C, haben in genau dieser Kombination von früher Vegetationsentwicklung und hohen Monatsmitteltemperaturen verheerende Auswirkungen auf sämtliche in Blüte stehende Kulturen- insbesondere im Obst- und Weinbau- österreichweit hervorgerufen.

Brutausdehnung Ende März; Wolfgang Moder, 28.03.2017

Die Bienen wollen in dieser Zeit noch eng gehalten werden, brauchen sie während dieser Zeit doch ihre ganze Energie für die Brutaufzucht, die Ende April schon in großer Zahl (ca. 20.000-30.000 Brutzellen) vorhanden war. Auch der Futterverbauch ist während solcher Kältephasen zu berücksichtigen und entsprechend sicherzustellen.

Die Ende April mit der Kaltfront einhergehenden Niederschläge waren dringend notwendig um größere Dürreschäden an der Vegetation zu verhindern.

Auch wurde dadurch das „große Blühen“ des Löwenzahns hinausgezögert und hat sich, wie auch in anderen Jahren üblich, auf Anfang Mai verschoben.

Damit dürfen wir, je nach Standort, durchaus noch mit einer nennenswerten Frühtracht rechnen.

Das wechselhafte Wetter Anfang Mai, in Kombination mit guten Trachttagen, lässt bei gut

Schwerer Frost Ende April; Wolfgang Moder, 21.04.2017

entwickelten Völkern Schwarmstimmung aufkommen.

Um dem entgegen zu wirken und ein Abschwärmen zu verhindern, lohnt es sich, frühzeitig Brut zu entnehmen und damit die Völker zu schröpfen. Mit den entnommenen Brutwaben können entweder weitere Trachtvölker für eine mögliche Waldtracht aufgebaut, oder es können Jungvölker für die Bestandsverjüngung oder den Verkauf erstellt werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Schröpfens von Brutwaben ist die Varroareduktion der Wirtschaftsvölker, und damit eine erste Investition zur Gesunderhaltung unserer Schützlinge.

Löwenzahnblüte Lind bei Scheifling; Moder Wolfgang, 26.04.2017

Die Schwarmstimmung lässt sich am einfachsten durch eine Kippkontrolle feststellen. Bei falzlosen Beuten ist diese besonders einfach durchzuführen. Eine kleine LED- Taschenlampe hilft, auch bestiftete Weißelnäpfchen sicher zu erkennen.

Spielnäpfchen auf einer Brutwabe; Verena Brachmayer, 15.04.2017

Sind solche vorhanden hat das Volk entschieden sich zu vermehren. Dann braucht es gezielte Maßnahmen um ein Abschwärmen zu verhindern.

Wir wünschen Euch viel Kraft und Durchhaltevermögen in dieser schönen, aber auch sehr fordernden Zeit im Bienenjahr!

Weitere aktuelle Bilder findet ihr in der Galerie oder unter diesem Link.

Bienenschwarm; Titus Rauter, 01.05.2017